Zombie-Apps

Unter dem Titel «Nehmt mal App» habe ich an dieser Stelle schon einmal dafür plädiert, das eigene Handy auszumisten und nicht genutzte Apps zu entfernen. Damals schätzte ich, dass wohl nur 10 Prozent der installierten Apps «wirklich», also regelmässig, genützt werden. Nun gibt es Zahlen aus der Schweiz (aus dem hier auch schon zitierten «Media Use Index»). Sie zeigen, dass ich einerseits etwas zu pessimistisch war, andererseits aber (natürlich) vollkommen richtig lag mit meiner Vermutung.  Im Durchschnitt hat jede/r um die 40 Apps auf seinem Mobile – und weil ich über 100 habe (fein säuberlich in einem guten Dutzend Ordnern abgelegt), muss «irgendwo da draussen» jemand mit weniger als keinem App unterwegs sein. 9 dieser 40 Apps sind bezahlt, die anderen kostenlos. Nur 3 von diesen Apps werden täglich benützt (zwei davon sind bei allen die gleichen: Facebook und Whatsapp), also weniger als 10 Prozent. Sage und schreibe 52 Prozent sind «Zombie-Apps». Die Hälfte davon wir nur ein einziges Mal benützt. Anzunehmen ist, dass das unmittelbar nach dem Download passiert, wenn man zum Beispiel irgendwo von einer neuen App liest und sie gleich runterlädt. Vielleicht ist ein Login nötig, an dem man scheitert, vielleicht gefällt das Layout nicht, und vielleicht läutet grad das Telefon, wenn man testen will. Who cares? Stutzig gemacht hat mich die Erkenntnis, dass die andere Hälfte der «Zombie-Apps» GAR NIE benützt wird. Jede vierte App, die man runterlädt, wird also kein einziges Mal geöffnet. Wie lange sie dennoch auf dem Mobile als virtueller Schrott bleibt, darüber gibt die Studie leider keine Auskunft.

13.07.2017

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