Wie kann ich dazugehören?

Die wichtigste Frage, die uns Digital Immigrants umtreibt – auch das eine Parallele zu allen Migrantinnen und Migranten im «richtigen Leben» – ist: Was muss ich tun, wie muss ich mich verhalten, dass ich wirklich zur digitalen Gemeinschaft gehöre? Und anders als in der analogen Realität wechseln die Trends fast täglich. Und so kann ein Verhalten, das ich erst gestern gelernt habe, heute schon überholt sein. Schauen wir es doch am Beispiel von Kurznachrichten an: Kommunizierten Kids wie Erwachsene vor zwei, drei Jahren noch eifrig über SMS und lösten damit entsprechende Handyabos mit möglichst vielen Gratis-SMS, so kontaktiert man heute nur noch Leute via SMS, wenn diese weder Native noch Immigrants, sondern digitale Analphabeten sind. Mit allen anderen tauschen wir uns via Whatsapp oder Direktnachrichten in Social Media-Plattformen aus. Und während wir noch die richtige Emoji-Sprache für Whatsapp lernen, wird es schon Mode, sich via Audio-Nachricht auf diesem Weg zu melden. Und warum tun wir das? Weil es lustiger, spontaner und trendy ist. Und weil sich der Mikro-Button so prominent neben dem Textfeld befindet. Ein digitaler Dino übrigens meinte zunächst, das Mikro-Icon sei ein Ei. Es ist eher das Ei des Kolumbus, denn endlich wird das Telefon wieder zum Telefon, und erst noch mit «Jetzt rede ich»-Funktion, indem die Antwort erst zeitverzögert erfolgen kann. So wird man/frau endlich nicht mehr unterbrochen: ein eigentlicher Paradigmenwechsel in der Geschichte des Telefonierens!

11.02.2016

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