Wer schreibt mal schnell an die Wand?

Ihr wart sicher fast alle auch schon mal an einer Tagung, bei der vorne auf der Bühne oder auch draussen im Foyer, wo es zwischendurch und am Ende die Häppchen gibt, eine so genannte «Twitter Wall» aufgestellt war (gibt übrigens auch Tools wie Socialwall, die auch Posts von anderen Plattformen zeigen). Und die wahren Digiimmis haben sicher auch direkt vor der Wand mal via Handy einen Tweet abgesetzt, um dann zu sehen, wie schnell er oben in der Timeline dieses Events für alle sichtbar wird. Klappt natürlich nur, wenn man den richtigen Hashtag # gesetzt hat, den die Veranstalter heute oft bereits im Vorfeld kommunizieren. Leider dauert es dann doch oft ein paar Minuten bis eine Viertelstunde, ehe der eigene Tweet sichtbar wird. Wieso eigentlich? Weil viele Veranstalter denken: Wenn schon in der unendlichen Weite des Internets nichts zensuriert wird, dann könnten doch wir diese alte «Tradition» wenigstens auf unserer Twitterwall pflegen. Und dann entscheidet tatsächlich irgendein beauftragter Twitter-Wall-Moderator (meistens ein Digital Native, klar, kostet weniger und weiss mehr), welche Tweets wann und wo und überhaupt gezeigt werden. Guten Moderatoren gelingt es sogar, die eine und andere Frage aus dem Stream zu generieren, für die meisten Tagungsteilnehmenden ist die Wall eine Spielerei. Was sie dabei vergessen: Oft sind es die einzigen Kommentare, Meinungen und Voten, die überhaupt den Weg aus dem Saal hinaus ins Leben finden und draussen Aufmerksamkeit finden.

30.06.2016

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