Was nichts kostet…

Seit Wochen überlege ich hin und her: Es geht um eine rein digitale Konferenz und die Frage, ob ich teilnehmen soll. Das Thema stimmt, die Referate interessieren mich und Zeit für eine Teilnahme hätte ich auch. Dennoch zögere ich. Zwar habe ich schon an einzelnen Webinaren teilgenommen, aber so eine ganze Tagung «zuhause» am Schreibtisch vor dem Bildschirm verbringen, das wäre neu für mich. Ich bin hin- und hergerissen und frage mich, woran es liegt: Vielleicht daran, dass ein virtuelles «Networking» etwas ganz anderes als das Beziehungen-Pflegen an einem Anlass, an dem man/frau sich persönlich trifft? Oder an der «Künstlichkeit» (ist wohl nur ein anderes Wort für «Virtualität») der Situation, wenn auf der ganzen Welt Hunderte von Leuten sich zuschalten, ohne sich zu sehen? Ich bin tatsächlich in mich gegangen und habe kritisch hinterfragt, warum es mir solche Mühe macht, mich einfach einzuschreiben und dabei zu sein. Und siehe da: Jetzt bin ich ganz sicher, woran es liegt, und das ist ein typisches Digital Immigrant-Dilemma: Die Teilnahme ist gratis, kostet mich einfach… nichts! Während die Digital Natives sich gewohnt sind, in No-Time und mit No-Money zu Informationen, Dienstleistungen, Apps etc zu kommen, tun wir uns schwer damit zu glauben, dass etwas, was nichts kostet, dennoch etwas wert sein kann. Wer kann mich überzeugen?

05.05.2016

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