Von Profilbildern und so

Die Frau hat tatsächlich an einigen Tagen ihr Whatsapp-Profilbild «gefühlt» (ja, auch das ist ein Wort, das wir erst seit der Kommunikationsflut «gefühlt» 1000-mal im Tag einsetzen), also ja, so alle halbe Stunde ausgewechselt. Und ausgerechnet sie gibt mir, als wir uns wieder einmal persönlich treffen, den Tarif durch: «Bitte wechsle unbedingt endlich mal dein Kinder-Profilbild auf Whatsapp aus!» Zugegeben, es ist ein über 30-jähriges Bild eines jungen Mannes mit halblangen Haaren, der aber exakt die gleiche DNA-Struktur wie ich aufweist und also wirklich biologisch derselbe war/ist wie ich. Passt ja an sich gut, dass ausgerechnet die notorische Profilbildwechslerin möchte, dass ich das auch tue. Dabei setzen doch die meisten von uns je Kanal ein eigenes Profilbild ein, je nach Seriosität und Einsatz des Kommunikationsmittels ein lustiges, ein schräges oder ein seriöses. In absteigender Reihenfolge heisst das bei mir: Linkedin (Mittelseriöser Business-Look ohne Krawatte und ein paar Jährchen alt, das Bild), Xing (Freizeitlook, gerader Blick ins Publikum, weniger Jährchen alt), Whatsapp (wie schon oben erwähnt, dazu Verliebtenblick) und schliesslich Facebook und Twitter mit einem «simpsonized», ewig jugendlichen, aber gut getroffenen Avatar. Und gewechselt wird das Profilbild – wenn überhaupt – alle paar Jahre (Ausnahme: Buttons und temporäre Profilbild-Anpassungen für EM-Fans und so). Allerdings gibt es auch die Taktik meiner Bekannten, die mir gestand: Jeder Profibildwechsel bringt Feedback und damit Leben ins virtuelle Leben. Stimmt auch wieder.

14.07.2016

Profilbilder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.