Verschlüsselt ihr schon?

Facebook hat es ja derzeit nicht leicht: «Datenklau», «Verletzung der Privatsphäre», «Kundendaten verkauft» tönt es durch Medien und Internet. Natürlich finde ich auch, dass da einiges schiefläuft. Andererseits muss man sich nicht wundern: Wer (wie ich und die meisten von euch wohl auch) Plattformen und Kommunikationskanäle benützt und dafür nichts bezahlt oder bezahlen will, der darf sich nicht wirklich aufregen, wenn der Anbieter sein «Ding» auf anderen Wegen finanzieren muss. Ausserdem haben wir alle mal irgendwelche Geschäftsbedingungen – natürlich ohne sie zu lesen – unterzeichnet, von denen alle wissen, dass sie sozusagen jede Frage zugunsten des Anbieters und zuungunsten von uns Nutzer(inne)n regeln. Gratis ist heute fast alles zu haben – nur sicher nicht ein seriöser Umgang mit unseren Daten. Und wir selbst sind ja offensichtlich nicht bereit, für geschützte oder verschlüsselte Kommunikation zu bezahlen. Bestes (oder eben schlechtestes) Beispiel ist die von Schweizern entwickelte Whatsapp-Alternative «Threema»: Wer von euch hat diese App gekauft und installiert? Aktiv nützt das in meiner ziemlich grossen Community ein einziger aktiv, und – zugegeben – ich dachte mir da zuerst «übertreibt er da nicht ein bisschen?» Klar, Mainstream ist das nicht. Zur Einrichtung braucht man Codes und so. Und kürzlich habe ich auch ein wirklich verschlüsseltes Mail einer Amtsstelle erhalten, wo neben einer Benachrichtigung auch noch ein Code per SMS kam, mit dem ich den Inhalt auf einem Server (!) abholen konnte. Also, zwei Bitten: Gratis-User, bitte nicht mehr über fehlende Datensicherheit jammern und Entwickler, bitte userfreundliche Verschlüsselungssysteme erfinden. Es ist wie früher: Eine für alle lesbare Ansichtskarte ist deutlich günstiger zu verschicken als ein eingeschriebener Brief. Oder anders gesagt: Mehr Sicherheit kostet.

22.03.2018

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