Schöne Ferien-Filterblase

Wieso fahren eigentlich die meisten Leute so gern in die Ferien und nehmen dafür stundenlange Staus und Wartezeiten an Flughäfen in Kauf? Wahrscheinlich, weil sie zumindest ein paar Wochen im Jahr in jener «Filterblase» sein wollen, die ihnen rundum Wohlgefühl und möglichst weiten Abstand zu den Sorgen des Alltags gibt: Was auch immer auf der Welt oder zuhause passiert (von Katastrophen) einmal abgesehen, bleibt ausserhalb dieser Blase von Sonne, Sand, Wasser und frischer Luft. Dabei sind solche «Filterblasen» (also Räume, in denen man nur noch ausgewählte Nachrichten und Inhalte bekommt) eines der am meisten kritisierten Internet-Phänomene. Das beliebte Horror-Szenario lautet so: Weil ich in meinen Feeds in Social Media immer nur Inhalte zu sehen bekomme, die gemäss Algorithmen zu mir passen, lebe ich plötzlich in einer Art «Traumwelt». Wir bewegen uns im realen Leben aber doch genauso wie virtuell am liebsten dort, wo es uns gefällt, wo wir mit unseren Meinungen, unserem Outfit und unserem Verhalten nicht die absoluten Aussenseiter, sondern eher Mainstream sind. Und genau das bildet die «Filterblase» ab – mit einem Unterschied: Zumindest bei meinen Kollegen und Freunden erfahre ich virtuell oft, in welcher «Filterblase» sie sich grad wohlfühlen. Und, klar, im Sommer sind das Dinge wie «Moon&Stars», «Live at Sunset» oder Port Cervo, Nizza und San Francisco. Und wisst Ihr, was das Gute daran ist: Auch wenn ich diesmal nicht dabei bin, werden die wohligen Erinnerungen an diese Plätze schon beim Betrachten des Streams geweckt. Und wenn dann noch Live-Videos gepostet werden, bin ich fast schon richtig dabei. Einfach viel günstiger und ohne Stau. So lassen sich Ferienzeiten auch zuhause geniessen.

20.07.2017

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