Sag mir, wie Dein W-Lan-Netz heisst

Die neue digitale Welt hat ja auch noch neue Hobbies generiert. Da gibt es zum Beispiel die Sammler von alten Mobiles oder Computern oder jene, die ihre alten Videokassetten und Langspielplatten mit entsprechenden Geräten digitalisieren, obwohl ihre alten Songs sicher längst irgendwo zum Download bereitstehen. Besonders gelungen finde ich aber jene Zeitgenossen, deren Hobby so unnötig und unproduktiv wie nur möglich ist. Sozusagen die Perle unter diesen unnützen Dingen sind für mich die Namen von W-Lan-Netzen. Sie funktionieren ja in der Regel unabhängig davon, wie sie heissen. Aber statt irgendeine nach Passwort klingende Folge von Zeichen und Zahlen für die Bezeichnung des kabellosen Netzwerks, verwirklichen sich hier viele Leute (ein wenig) selbst, machen wirklich witzige Wortspiele oder «feiern» Nachbarn und alle, die das Netz im Vorbeigehen sehen. Das zeigt schon eine kleine Auswahl solcher Namen: «It hurts when IP», «Kauf Dir Internet», «Pfoten weg», «Hello Kitty», «Das gelobte LAN», «Du kommst hier net rein». Und jetzt gibt es in Berlin auch schon ein Projekt, das solche Namen nicht nur sammelt, sondern auch interpretiert (http://www.amorequietplace.com/berlin-wi-fi/). Lange geht es nicht mehr, bis die ersten Uni-Abschlussarbeiten dieses Themas annehmen (was ich natürlich super finde), denn psychologisch tut sich hier ein weites Feld auf. Nur eines fehlt (mir) noch: Eine App, die mir auf dem Mobile immer die Namen aller W-Lan-Netze zeigt, die sich grade in meiner Umgebung befinden. Zwar gibt es den «WiFi-Scanner», aber der ist zu teuer und zeigt mir Dinge wie Stärke des Netzes, die ich «hobbymässig» ja gar nicht wissen will. Ich möchte ja einfach etwas zum Schmunzeln haben.

20.10.2016

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