Obamas Lieblingsmusik

Wenn in meiner Jugend das Wort «teilen» fiel, dann war meistens Fastenzeit, und das Schweizerische Fastenopfer, ein kirchliches Hilfswerk, forderte uns zum Teilen auf. Auch heute ist Teilen ein wichtiges Argument für NPO, wenn sie sammeln. Gleichzeitig ist «Sharing» aber der Begriff geworden, der den tiefgreifenden, durch das Internet ausgelösten Wandel – man darf dazu auch «Paradigmenwechsel» sagen – wohl am umfassendsten beschreibt: Wir teilen online heute nicht nur unsere privaten News («Mit-Teilungen») und Befindlichkeiten, sondern fast alles, was man teilen kann: Autos, Wohnungen, Wissen, Büros, Ferientipps, W-Lans, Freunde ;-). Das macht nicht nur ganz neue Geschäftsmodelle der «Sharing Economy» möglich (die übrigens oft ganze Branchen und ihre bisherigen Modelle gefährden), sondern verändert auch unser Denken: Wir behalten weniger für uns, geben mehr in den Markt von Meinungen und Dingen hinein – manchmal zu einem bestimmten Preis, häufig aber völlig kostenlos. Und dieses Teilen ermöglicht uns eine Nähe zu Dingen und Personen, die früher unmöglich war. Mein Favorit in dieser Hinsicht sind die Playlists auf Musikapps, mit denen Fussballer ebenso wie Musikstars ihre eigene Lieblingsmusik mit der ganzen Welt teilen. Und so kann ich heute mit einem Klick den Musikgeschmack von US-Präsident Obama für mich übernehmen und seine Lieblingssongs via Spotify hören. Hat übrigens ein paar coole Stücke dabei. Und: So nah wie heute habe ich mich dem Oval Office noch nie gefühlt!

01.09.2016

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