Müssen Social Media-Freunde alles liken?

Zunächst einmal liebt es der Digiimmi, dass die Zahl der Likes für seine Facebook-Seite in dieser Woche auf über 100 hochschnellte. Weil er – wie die Natives das auch tun – seine Freunde gebeten hat, seine neue Seite zu liken, hat er auch etwas erlebt, was typisch für das Verhalten von noch nicht assimilierten Digital Immigrants sein dürfte. Eine Facebook-Freundin, die er in einem Verein hin und wieder auch real trifft, entschuldigte sich nämlich persönlich dafür, seine Seite NICHT liken zu können: «Es tut mir sehr leid, aber das Thema interessiert mich zu wenig, und wenn ich es like, bekomme ich nachher dauernd für mich unnötige Meldungen von dieser Seite.» Würde ein(e) «Native» sich je für ein Nicht-Liken entschuldigen oder gar persönlich um Verständnis bitten? Natürlich nicht, aber die Digital Immigrants sind oft nicht in der Lage, Verhaltensweisen aus der analogen Welt in die digitale Welt zu übertragen: Würde Ihnen jemand nämlich einen Flyer in den Briefkasten legen und damit zum Kauf eines Produkts oder zum Besuch eines Anlasses auffordern, würden sie sich kaum beim Absender für einen Nicht-Kauf oder einen Nicht-Besuch entschuldigen. Woran liegt’s? In diesem Fall wohl daran, dass die zitierte FB-Freunding den Begriff «Freund» im Facebook-Umfeld genauso ernst nimmt wie er in der analogen Welt einmal gemeint war und – hoffentlich – immer noch gemeint ist. Wir assimilierten Digital Immigrants aber wissen: Ein Nicht-Like ist eher der Normalfall als ein Like und Page-Likes kann man/frau jederzeit auch zurücknehmen, ohne damit die (analoge) Bekannt- oder Freundschaft aufs Spiel zu setzen! Und schliesslich: Man kann auch Pages liken und die eintreffenden Meldungen im eigenen Facebook-Stream dann doch «abwählen». Das ist so ähnlich wie ein Online-Kauf mit Abwahl des Häkchens «Newsletter erhalten». So wunderschön einfach ist das.

05.11.2015

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