Mein Wetter, dein Wetter

Es mag ja nach Ferien tönen, aber eigentlich ist es das wichtigste Ganzjahres-Thema überhaupt: das Wetter. Bei keinem anderen Gesprächsthema sind wir so offen zueinander und schildern unsere Erwartungen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Und diese Achterbahn der Gefühle, auf der wir «Wetterfühligen» oft unterwegs sind, wird durch die Wetter-Apps noch aufregender, und zwar im ganz wörtlichen Sinn: Jetzt können wir uns nicht nur über ausbleibendes Schön- oder langanhaltendes Schlechtwetter, sondern auch noch viel besser über falsche oder ungenaue Vorhersagen aufregen. Wer immer in derselben Gruppe unterwegs ist und wo immer man sich über das Wetter von gestern, heute und morgen – oder noch besser: das von nächster Woche in einer fernen Urlaubsdestination – austauscht, da gibt es nicht mehr nur verschiedene Meinungen, sondern ganz sicher auch verschiedene Vorhersagen auf den Mobiles der Beteiligten. Und dann geht die Debatte los: «Also meine App ist immer sehr zuverlässig», sagt der eine stolz, während die andere betont «Ich habe im Fall 5 Franken für diese Pro-Version bezahlt». Und tatsächlich meint sie, damit für genauere Wetterprognosen bezahlt zu haben, wo sie sich so doch nur von den Werbe-Einblendern in der App befreit hat. Also ich persönlich setze auf die App von SRF Meteo, die zumindest die Schweiz und ihr Wetter in der Regel besser kennt als Programme aus den USA oder Asien. Besonders cool: Man kann im Zeitraffer die Niederschläge der nächsten 48 Stunden anschauen. Nur wer meint, das Ding sei gratis (wie es im App Store heisst), der irrt: Das haben wir doch längst über die Radio- und Fernsehgebühren finanziert. Gehört also sozusagen mir und müsste daher besser «mein Wetter» heissen.

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