Mein neues Snapbook

Die «Millenials» toben weltweit, hört man, weil unser aller Facebook, das Poesie-Album der Digital Immigrants, die «Story»-Funktion von Snapchat «gestohlen» hat und uns jetzt auch lustige und weniger lustige Filmchen an Freunde und Bekannte schicken lässt. Sollen wir uns von einer Generation, von der man nicht einmal genau weiss, welche Jahrgänge nun dazugehören und welche nicht, wirklich die Freude daran verderben lassen, dass wir nun diese Möglichkeit haben? Denn, zugegeben, wir haben Snapchat natürlich längst auf unseren Mobiles, und die meisten von uns haben auch mal versucht, damit umzugehen. Aber «Snap» ist nun mal für die Jungen gemacht, die mit «Trial and error» einfach herausfinden, wie so was funktioniert. Für uns Ältere hat es einfach zu wenig Struktur und Instruktionen, und vielleicht auch zu viele Hasenohren und Schweine-Schnäuzchen. Das finden wir allenfalls während der Fasnachtszeit mal cool. Unter dem Jahr geben wir uns eher seriös, haben ja dummerweise auf Facebook inzwischen nicht nur die ganze Verwandtschaft, sondern auch Arbeitskolleginnen, unseren Hausarzt, die Pöstlerin und sogar Kunden in unserer Freundesliste. Für «Snapbook» sind wir also usabilitymässig dankbar, wirklich einsetzen werden wir die neue Story-Funktion eher nicht. Schon eher zu uns passt die neue Möglichkeit, Weisheiten und Status-Updates im Alltag mit Farbe unterlegen zu können. Was bisher nur in Word, Excel und Powerpoint einfach ging, geht jetzt auch in Facebook. Und wird bisher vor allem von Frauen – jedenfalls in meiner Freundesliste – eingesetzt: Genauso wie damals im analogen Poesie-Album, wo die Mädchen schon vor fünfzig Jahren den Hintergrund farbig aufmotzten, während wir Jungs mit einem (kopierten) Spruch zufrieden waren.

06.04.2017

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