Mein Handy kennt mich (endlich)

Für uns Apple-Jünger (ja, ich gehöre seit drei Jahrzehnten dazu) ist ja normalerweise schon im September Weihnachten. Mit der traditionellen Key Note erfahren wir, was wir uns im kommenden Dezember als Geschenk wünschen. Inzwischen sind die Preise allerdings so hoch, dass wir uns diese Gadgets nicht mehr von Freunden oder Familie wünschen, sondern selbst finanzieren müssen. Das ist auch beim neusten iPhone-Flaggschiff so, das die römische Ziffer X als Bezeichnung erhalten hat, wohl um zu zeigen – von der einstelligen 8 direkt zur zweistelligen 10 –, dass das Teil wieder mal einen technologischen Quantensprung bringt. Mit dieser ganzen Symbolik spricht Apple natürlich uns, den «Kern» der Sekte, an. Für die «übrigen» iPhone-Nutzer, die auch mal mit weniger zufrieden sind, gibt es die «normale» neue Version 8. Aber zurück zu unser neuen Nummer 10: Rundum aus Glas, mit klar randabfallendem Bildschirm, kabellos aufladbar. Und zu einem Preis (wohl so um die 1200 Franken), der uns auf den ersten Blick sagt: Das kann sich nicht jeder leisten, damit kannst mal wieder zeigen, dass du zur Gruppe weniger Auserwählter gehörst. Und schon hat uns Apple wieder an der Angel. Natürlich werden wir, sobald wir im Besitz des Teils sind, einen ganz anderen Grund für den Kauf nennen: Endlich ein Handy, das ein wirkliches «smartes» Phone ist, weil es unser Gesicht erkennt und uns dann den Zugang zu seinem Innenleben gibt. Endlich (wieder) ein Gegenüber, das uns so annimmt, wie wir sind und dessen Stimme (Siri) erst noch menschlicher daherkommen wird als bisher. Wenn das keinen guten Tausender wert ist, wo es uns doch Handy, Hund, Katze und Kollegen vollwertig ersetzt 😉

14.09.2017

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