«Like» ist nicht mehr gleich «Like»

Facebook war bisher ein Ort, wo in Statusmeldungen und Kommentaren durchaus Gefühle vorkamen. Wer sich aber wortlos an der Kommunikation beteiligen wollte (!), tat dies über den Like-Button. Dieses einseitige «Daumen-nach-oben»-Gefühl wollte aber nicht immer so richtig passen – zum Beispiel bei traurigen Meldungen in Todesfällen. Wir Digital Immigrants fragten uns schon, ob denn die junge Generation gar kein anderes Gefühl mehr kennt als das «Like» – wobei es ja oft unklar war, ob jetzt der Inhalt oder nur die Formulierung gefiel oder ob das «Like» eher taktischer Natur war: Gibst Du mir eines, bekommst Du bald auch wieder eines. Nach regelmässigen Falschmeldungen zur Ergänzung des Like-Buttons durch einen Dislike-Button erweitert Facebook sein bzw. unser Gefühlsspektrum immerhin um fünf «Zustände»: Love, Haha, Wow, Traurig, Wütend. Das Like bekommt also eine Art Emoji-Schwestern oder –Brüder. So weit, so gut. In einer Welt der tausend Möglichkeiten ist das ja eine überschaubare Veränderung. Aber für Digiimmis – und wohl auch für Digital Natives – bedeuten die neuen Möglichkeiten ebenso viele Gelegenheiten, Fehler zu machen. Konkret: Muss/soll ich nun alle Posts der besten Ehefrau von allen mit einem Herz (Love) quittieren, während ich bei anderen Frauen mit diesem «herzlichen» Kompliment – ebenfalls mit Blick auf die Ehefrau – zurückhaltend sein sollte? Und ist es «netiquette»-verträglich, einem Kunden auch mal ein «wütend» entgegenzuhalten? Immerhin, die Quote von positiven zu negativen FB-Emojis ist 4:2, aber ganz so «like» wie sie war, wird die Welt nicht bleiben…

24.02.2016

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