Jetzt auch noch Insta Immigrants

Wir haben kürzlich über #Hashtags gesprochen und dabei festgestellt, dass diese Stichworte insbesondere auf Instagram sehr oft benützt werden. Zweites Hauptmerkmal der Posts auf Insta sind die Filter, die so häufig verwendet werden, dass Leute mit wirklich coolen Bildern inzwischen den Hashtag #nofilter mit Stolz einsetzen. 60 Millionen Fotos und Videos sollen mittlerweile täglich auf diesem Social Media-Kanal hochgeladen werden, mit dem wir Digital Immigrants so unsere Mühe haben. In den letzten Wochen habe ich festgestellt, dass alle, die aus Neugier mal ein Instagram-Konto eröffnet haben, aber diese App nicht wirklich benutzen, nicht mehr am globalen Informationsfluss hängen. Da habe ich doch tatsächlich in den letzten paar Tagen erstmals Dinge (sorry: «Stories»!) verpasst, die ich gern gewusst hätte. Eine Zeit lang haben ja viele ihre Instagram-Posts noch direkt mit ihrem Facebook-Stream verknüpft (wo doch Insta eh Facebook gehört). Inzwischen aber gilt das als sehr, sehr uncool. Lange haben ja die unter 30-jährigen unser friedliches Zusammenleben in der Facebook-Community akzeptiert und uns dort auch mit Neuigkeiten versorgt. Jetzt scheinen sie aber genug von diesem «Familienleben» zu haben und vergnügen sich wieder im Insta-Club unter ihresgleichen. Die Twenty-Somethings – und dazu gehören ja der Erfahrung nach auch all die auf ewig 29-jährigen Frauen, mit denen manche von uns Digital Immigrants liiert sind – lieben diese Traumwelt, in der jede Pose sich zum künstlerisch hoch stilisierten Bild verwandelt. Jetzt müssen wir alten Twitter- und Facebook-Junkies nun also tatsächlich noch lernen, wie Instagram wirklich funktioniert, werden also auch noch zu «Insta Immigrants». Mal sehen, ob ich irgendwo ein Bild finde, das mir das in weniger als 10 Hashtags erklärt.

07.09.2017

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