Ich «swarme» auch

Eine der wichtigsten Funktionen der virtuellen Welt ist es, unsere reale Welt zu erweitern. Das heisst dann «augmented reality» und wird zum Beispiel eingesetzt, um gedruckte Medien via QR-Code oder App zu erweitern, so dass mit dem Handy aus dem Foto plötzlich ein Film wird oder dass einem an bestimmten Plätzen eben plötzlich ein Pokémon gegenübersteht. Es geht aber auch einfacher, aus dem täglichen Leben (auch) ein Spiel zu machen und virtuelle Infos mit Orten zu verknüpfen. «Swarm» heisst eine meiner Lieblingsapps. Sie hiess früher «foursquare» und erlaubt mir, überall dort einzuchecken, wo ich mich gerade aufhalte. Damit gehört sie zu den besonders spannenden, aber auch besonders umstrittenen Apps: Durch mein Check-in zeige ich ja der ganzen Welt (oder jedenfalls meinen Friends auf «Swarm»), wo ich gerade bin. Das kann bei Globetrottern das Image positiv beeinflussen, ängstliche Zeitgenossen hingegen hält es sicherlich vom Gebrauch ab. Zum anderen aber sehe ich ja, wo meine Freunde sind. Die Chance, sich auch real zu begegnen, steigt also, weil man weiss, wo der andere ist. Es soll allerdings auch Kollegen geben, die zuerst schauen, wo andere gemäss «Swarm» sind, um dann genau dort nicht hinzugehen 😉 Jedes Check-in bringt mir unterschiedlich viele Punkte und innerhalb einer selbst definierten Freundesgruppe gibt es dann wöchentliche Ranglisten. Und für jeden Check-in-Ort (noch unbekannte kann man, ebenso wie Bilder davon, selbst hinzufügen) gibt es einen «Mayor», und zwar mit Krone. Und immer mal wieder wird man entthront oder verdrängt einen anderen vom Sockel. Und das alles ohne Gewehr und Gewalt, sondern schlicht mit Check-in.

15.06.2017

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