Hirn statt Handy

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist ja der klassische «Slot», um sich fürs kommende Jahr etwas vorzunehmen. «Gute Vorsätze» sind gefragt, und für die meisten von ihnen (wir haben früher mal drüber gesprochen) gibt es auch unterstützende Apps. Und wer sich nicht mehr daran erinnert, der tippt im Google-Suchfeld einfach mal «Apps für gute Vorsätze» ein. Das ist ja ein Reflex, der sich von Digital Natives inzwischen fast ganz auf uns Digital Immigrants übertragen hat: Obwohl es uns in Jugendjahren gelungen ist, Gedichte mit 100 Versen oder mehr auswendig zu lernen, entlasten wir heute Hirn und Gedächtnis auch fast ständig durchs Handy bzw. Google oder andere Apps. Dabei tritt ein ähnlicher Effekt ein, wie wenn wir im Alltag jemanden neben uns haben, der sich grad besser auskennt in dem, was wir machen: Wir verlassen uns auf ihn und strengen uns selbst nicht mehr an. Dasselbe gilt auch fürs Hirn: Wenn wir es ständig durch Googeln etc entlasten, dann strengt es sich weniger an, «trainiert» sozusagen weniger und wird allenfalls eher verkümmern und weniger leisten – oder sich jedenfalls schnell vom Handy ablenken lassen. Dazu gibt es auch Studien, zum Beispiel aus Chicago:  Dort mussten sich drei Gruppen von Leuten Buchstaben merken, während sie leichte Rechnungen zu lösen hatten. Am besten waren jene, die ihr Handy in einem anderen Raum lassen mussten, gefolgt von jener Gruppe, die das Handy in die Tasche gesteckt hatte. Die meisten Fehler begingen die Teilnehmenden, deren Handy (mit Display nach unten!) vor sich liegen hatten. Was wir daraus lernen sollten? Frag dein Hirn, nicht meinen Blog 😉

28.12.2017

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