Hilfe, meine Frau ist bei Insta!

Wie die meisten tiefgreifenden Veränderungen im Leben fing auch diese Geschichte ganz harmlos an: «Kannst Du mir mal zeigen, wie das mit Instagram läuft?» fragte meine Frau vor einigen Monaten unsere Tochter, die sich schon länger auf diesem Kanal bewegt. Schnell ein Konto eröffnet, ein paar Freunde zusammengeklickt und schon stellte sie die ersten Fotos auf «Insta» – natürlich benützte sie dieses Kurzwort für ihren neuen Lieblingskanal schon nach ein paar Minuten. Tönte jedenfalls nach neuer Liebe, das Ganze. Und tatsächlich: Seither postet sie merklich weniger auf Facebook, und weil unsere Insta-überzeugte Tochter ihr einschärfte, dass man die beiden Kanäle auf keinen Fall automatisch miteinander verbindet (das ist sowas von «uncool»), erfahre ich nun viel weniger von meiner besseren Hälfte. Denn natürlich hat sie mehr Sympathie für Instagram und die Tausenden von Bildern, die selbst bei schlechter Perspektive dank dem richtigen Filter ansehnlich werden. Und vielleicht fühlt sie sich in der Insta-Welt auch (noch) jünger als sie ist, tummeln sich dort doch die meisten unter 35-jährigen. Zumindest meine Geburtstagswünsche werde ich ihr also via Insta übermitteln. Denn natürlich habe ich längst auch einen Instagram-Account, aber mein Heimathafen bleibt zumindest vorläufig Facebook. Wahrscheinlich wechsle ich dann, wenn ich eine Veränderung brauche, direkt zu Snapchat. Wäre ja nicht der erste, der im Alter wieder zum Teenager wird.

23.11.2017

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