Handy-freie Zone

Vom Weglegen des Handys war hier ebenso schon die Rede wie vom Lautlos- oder Flugmodus-Einschalten. Und wir Digiimmis haben damit fast genauso viel Mühe wie die Natives, deren Mobile ja zuweilen wie verwachsen mit der Hand oder zumindest einzelnen Fingern scheint. Während es zumindest in der Schweiz noch ganz viele W-Lan-freie Zonen gibt – kleiner Hinweis für unerfahrene Digital Immigrants: Zum Kaffee im Starbucks gibt es in der Regel einen Gratis-W-Lan-Zugang, deswegen ist er auch so teuer -, breiten sich fast parallel dazu sogenannte Handy-freie Zonen aus. Man erkennt sie an kleinen Verbotsklebern, und meistens bedeuten diese nur, dass man hier nicht mit dem Handy telefonieren soll. Inzwischen gibt es aber auch schon Cafés und Restaurants (immerhin noch keine Internet-Cafés, die aber ja praktisch «ausgestorben» sind), die sich dadurch von anderen differenzieren, dass sie während des Essens oder Trinkens keine Handys in Betrieb akzeptieren müssen. Unlängst hat ein Soziologe in einer öffentlichen Diskussion gefordert, dass die «Schweige-Waggons» der SBB durch Handy- und PC-freie Wagen abgelöst werden sollten, wo man endlich wieder seine Ruhe vor den Tasten hämmernden «working Techies» der neuen Arbeiterklasse habe. Aber auch im privaten Raum ist das Thema «heiss», weil Familienfeste immer öfters zu stummen Darbietungen werden, wenn die Verwandten den Blick auf ihre Handys senken statt sich mit der Familie zu unterhalten. Wie brachte es neulich eine Ehefrau auf den Punkt, als ihr Mann das gemeinsame Schlafzimmer zur Handy-freien Zone erklären wollte: «Das kannst Du gerne machen.» Sprach’s und deponierte ihr iPhone wie immer in Griffnähe auf ihrem Nachttisch.

17.03.2016

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