«Googeln» mit Schweizer Kühen?

Yahoo hat sein «Kerngeschäft» verkauft, konnte man in diesen Tagen on- und offline überall lesen. Das hat mich merkwürdig berührt, war Yahoo doch für uns als erste Generation von Digital Immigrants (tönt gut, oder?) doch in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts (tönt schlecht, oder?) die erste Suchmaschine im Internet. «Google» wurde ja erst 1998 gegründet – was einmal mehr zeigt: Pioniere sind nicht immer die langfristig erfolgreichen. Aber ohne die Pioniere – die «Wegbereiter» – käme nichts in Bewegung. Und so dürfen wir uns auch ein wenig fühlen, weil wir doch damals wirklich noch mit Yahoo nach Websites (ja, die hiessen damals ausschliesslich «Homepages») und Inhalten suchten. Überhaupt: Jede Generation von Internet-Nutzern hat doch ihre Vorlieben – und fast jede fühlt sich gegenüber den nachfolgenden ein wenig als «Immigrant» oder als Fremder. Das gilt insbesondere für Anwendungen und Kanäle: Wir über 50-jährigen kommen vielleicht mit drei Social Media-Kanälen (Facebook, Twitter und vielleicht Instagram) und zwei Kontakt-Netzwerken (Xing, Linkedin) klar. Aber glauben Sie nicht, dass alle Jüngeren nie überfordert sind. So haben mir kürzlich zwei 25-jährige gestanden, dass sie mit Snapchat nicht wirklich klarkommen, während Teenager heutzutage auf dieses Tool mit sich selbst «auflösenden» Inhalten setzen. Nur bei der Suche setzen (fast) alle generationenübergreifend auf «Google» – selbst die bezahlten Suchresultate oben auf jeder Trefferliste schrecken offensichtlich nicht ab. Wenn sich originelle und neue (Schweizer) Suchmaschinen aber Namen wie swisscows.ch geben, dann wundere ich mich nicht. Kühe stehen halt schon eher fürs Chillen als für eine weltweite Recherche.

28.07.2016

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