Gibt es noch Weihnachtsgeschenke mit Wow-Effekt?

Nicht mal die digitale Revolution hat es geschafft, Weihnachten neu zu erfinden. Natürlich kann man sich jetzt einen Warnton für den Vortag einstellen oder auf die eigene Website einen «Countdown» stellen, um das Fest auf keinen Fall zu verpassen. Und ausserdem lassen sich fast alle Geschenke online bestellen, ohne dass man und frau sich deswegen noch dem Einkaufsstress in den überfüllten Läden aussetzen muss. Aber dank globaler Vernetzung gibt es auch fast keine Geschenke mehr, mit der man jemandem in den Wohlstandsländern wirklich noch überraschen kann – denn für wen ist ein Gutschein fürs Skifahren in Dubai, ein Shirt des Lieblings-Baseball-Klubs aus den USA oder ein neues Apple-Gadget denn heute noch ein Geschenk mit «Wow-Effekt»? Eben. Man kann alles haben, man muss ja nur immer ein Gerät mit Internet-Verbindung haben. Digital Natives kennen das eh nicht anders, aber auch die Ansprüche von uns Digital Immigrants sind entsprechend hoch. Also, womit könnte man einem Digiimmi wie mir überhaupt noch eine Freude machen? Nein, keine Drohne, und auch keine Apple-Watch: Hat doch eh (fast) jeder oder könnte jeder haben. Kürzlich war ich am Geburtstag einer Digital Native, und als ich eines der Geschenke sah, wusste ich, was ich mir wünsche bzw. DRINGEND brauche: Ein Buch zum Thema «Emojis»! Die wichtigste Fremdsprache für Digiimmis ist nämlich längst nicht mehr Englisch, sondern Emojisch. Da verstehen wir in Whats-app-Posts vielleicht die Hälfte, wenn überhaupt. Und schreiben können wir damit (noch) gar nicht. Bis wir nur die entsprechende Tastatur gefunden haben. Also: Liebe Natives, schenkt uns, die wir manchmal noch «Smileys» sagen, zu Weihnachten doch ein Emoji-Wörterbuch. Oder kann es sein, dass das Eure neue Geheimsprache ist, die wir nicht verstehen dürfen?

24.12.2015

 

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