Fake, Fake, Fake

Jetzt hatten wir uns so praktisch eingerichtet und in Trumpscher Manier die Schuld an Fake News den Journalisten auf der ganzen Welt gegeben und selbst deren Kommentare und Meinungen als «gefälscht» bezeichnet – jedenfalls dann, wenn sie uns nicht gepasst haben. Früher hiess es «Papier nimmt alles an». Mit der Wahl der Zeitung und der dort schreibenden Autoren konnte man aber immerhin noch einigermassen sicherstellen, nicht von einem Kaninchenzüchter (nichts gegen diese Spezies!) über die Entwicklungen der Weltpolitik «informiert» zu werden. Das ist online leicht schwieriger, wenn man nicht bei den elektronischen Plattformen der etablierten Printmedien bleibt und diese nicht schon zu textbegleiteten Verkaufsorten für Occasionsautos oder Vermittlern von Wohnungen und Jobs geworden sind. Jede und jeder kann heute ja dank Internet alles sein bzw. sich gleichzeitig als Informatiker, Buchhändlerin oder Journalist «verkaufen». Der Fake beginnt also nicht bei den News, sondern schon bei den Profilen. Diese Woche hat etwa eine Studie samt SRF-Bericht aufgedeckt, dass sogenannte «Influencer» bis zu 70 Prozent Fake-Follower haben. Ich finde es beruhigend, dass doch ein paar Leute weniger Selfies mit den neusten Klamotten rund um die Uhr sehen und «liken» wollen 😉 Apropos «Influencer»: Ich mag deren ungekünstelte Naivität wirklich. Eine von ihnen meinte in Bezug auf die Fake-Follower ganz treuherzig, der nachfragende Journalist sei halt eifersüchtig auf ihre hohe Followerzahl. Kein Fake 😉

12.10.2017

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