*Facepalm*, aber richtig!

Genauso wie «analoge» Immigranten (also Leute, die aus einem anderen Land einreisen und hier bleiben), suchen wir Digital Immigrants wie Süchtige nach Begriffen, mit denen wir unsere Online- und Offline-Kommunikation (also zum Beispiel Smalltalk an Kongressen) so gestalten können, dass der eine und die andere meint, wir seien keine Immigrants, sondern eben Natives. Dabei wissen viele der Natives selbst nicht, was gewisse Begriffe bedeuten. «Facepalm» ist so ein Begriff. Und wollte ich jetzt böse sein, würde ich hier dazu auffordern, das einfach zu googeln (oder zu swiss-cow-en, wie die regelmässigen LeserInnen dieses Blogs wissen). Ist ja eh nicht wirklich «native», anderen die Welt face2face zu erklären. Kann ja jede/r schnell sein Mobile zücken und online suchen. Als Immigrant darf ich hier aber zumindest ein paar Hinweise geben: Es hat etwas mit Star Trek zu tun, kann mit einem entsprechenden Emoticon oder der Zeichenfolge «m(» ausgedrückt werden. Und es wird dann eingesetzt, wenn man etwas wirklich, wirklich nicht verstehen kann und sich entsprechend «an den Kopf greift». Das ist heute einer (weiblichen) Digital Native passiert und sie hat sich so geäussert. Und mir ist es heute an einem Kongress in Wien genauso ergangen, und zwar wieder mal an der Schnittstelle von Online- und Offline-Welt: Beim Eingang hatte ich einer Art «Türsteher» mein Handy mit Barcode zu zeigen (den ich erst nach Erfragen des Wifi-Passworts via einen Link in einer E-Mail auf den Bildschirm laden konnte). Und nach dem «Okay» verwies er Kontrolleur mich an den (analogen) Welcome Desk, wo mein Teilnehmerbadge aus Papier und Plastik bereitlag. Meine Reaktion? Genau *Facepalm* für diesen Medienbruch – und eine Schnapsidee: Könnten wir nicht die Handys als Badge benützen (vgl. Bild) und dafür in den Pausen wieder mehr miteinander diskutieren statt Mails checken?

handy-badge

13.10.2016

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