Entfreunden muss auch mal sein

Vor bald einem Jahr habe ich mit Bezug auf den damals neuen Duden gemeldet, dass «Entfreunden» nun erlaubt sei. Gemeint war damals, dass das Wort in der deutschen Sprache nun verwendet werden darf. Dass ich selbst die Tätigkeit «Entfreunden» einmal brauchen könnte, dachte ich damals nicht. Seit dieser Woche ist das anders: Einer meiner Facebook-Freunde (den ich schon vor der digitalen Zeit, wenn auch nur flüchtig, kannte) hat mich bei einer Begegnung auf der Strasse so angesehen, als ob er mich nicht kenne. Das brauche ich jetzt gar nicht, und so habe ich ihn noch während meinem Spaziergang durch die Stadt aus meiner Freundesliste gelöscht, was – wohl aufgrund des schlechten Netzes – zunächst mit zwei Fehlermeldungen verbunden war. Hat mich aber nicht abgehalten, weil das nun gar nicht geht. Hätten wir uns nur digital kennengelernt und befreundet, wäre ich grosszügiger. Aber einer, der einen meiner Beiträge vor ein paar Tagen noch geliket hat und mich nun nicht (mehr) kennen will: Nein, das akzeptiere ich nicht. Das ist ja ähnlich, wie wenn einer in trauter Runde das Anstossen verweigert oder mir beim Plauschfussball bewusst nie einen Pass gibt. Die Algorithmen hätten ihn wohl dafür nicht rausgehauen, mal abgesehen davon, dass sie – noch – nicht über meine analogen Spaziergänge Bescheid wissen. Und, habt Ihr Euch auch schon mal entfreundet, und wenn ja, warum?

26.04.2018

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