Eine Luftmatratze mit Frühstück

Schweizer Hoteliers jetzt bitte weghören: Ich oute mich und gebe zu, dass ich hin und wieder in ausländische Städte reise und dort bei privaten Vermietern übernachte. Gefunden habe die Unterkünfte natürlich über AirBnB, eine App, die bei Digital Natives und Immigrants wie mir wohl einen Bekanntheitsgrad von 99 Prozent hat. Ursprünglich hiess das – übrigens auch in Silicon Valley erfundene – Ding noch «AirBedandBreakfast», was soviel heisst wie «Luftmatratze mit Frühstück». Aus dieser Luftmatratze ist eine ziemlich grosse Geschichte geworden, auf der inzwischen Millionen von Wohnungen, Zimmern und ganzen Häusern in 190 Ländern als Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden. Damit ist es das derzeit erfolgreichste «Sharing»-Tool, weit vor Uber (das Plätze in Autos «vermietet») und anderen. Und längst werden nicht mehr nur Luftmatratzen-Plätze in studentischen WGs vermittelt, sondern ebenso Privatwohnungen, Villen und – ja – auch Hotelzimmer. Sogar in Schweizer Hotels, bei denen ich – nach einem Preis-Check auf booking.com oder so – immer noch direkt buche. Man will ja schliesslich Schweizer Familienunternehmen fördern. Bei Städtereisen ins Ausland dagegen setze ich – ähnlich wie beim Surfen im Internet – auf «überraschende» Wohnerlebnisse. Und die sind bei privaten AirBnB-Anbietern halt noch zu haben – wenn man zum Beispiel abends um 10 in einer Stadt ankommt, vor dem Privathaus des Anbieters steht und ihn via Handy in einer Bar erreicht. Die Unsicherheit, ob es alles klappt, und die «Erlösung», wenn er am Telefon beschreibt, unter welchem Blumentopf der Schlüssel liegt: Unbezahlbar!

23.03.2017

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