Ein Leben in Abkürzungen

Klar, es gibt auch jene, die im realen Leben die Abkürzungen lieben: Leute, die im Navi immer «kürzeste Strecke» wählen, oder jene, die ihre Dissertation bei anderen abschreiben statt sich selbst anzustrengen. Aber heute und hier geht es natürlich um andere Abkürzungen. «Lol!» («Laughing out loud, laut herauslachen») Nicht erst seit es SMS und Twitter gibt, sind Abkürzungen in der elektronischen Welt beliebt – obwohl ja die Dokumente, die wir am Bildschirm bearbeiten, Platz ohne Ende bieten (bei Excel zum Beispiel über eine Million Zeilen je Dokument). «Mfg» zum Beispiel fand man schon in den ersten Mailnachrichten Mitte der Neunziger Jahre und inzwischen sind Tweets und Whatsapp von Digital Natives für unsere Immigrant-Augen und Hirne oft kaum zu verstehen, zumal sie oft englische Sätze abkürzen: «ROFL» etwa ist keine falsche Schreibweise eines männlichen Vornamens, sondern sozusagen eine der Pionier-Abkürzungen. Sie heisst «Rolling on floor laughing» (ich wälze mich lachend auf dem Boden) und ist damit natürlich auch eine Vorgängerin der hier auch schon beschriebenen Emojis. Die sind nämlich so eine Art Hilfe für all jene, die sich mit Abkürzungen schwer tun. Allerdings gibt es Wendungen, die sich kaum mit einem kleinen Bild ersetzen lassen und mit deren Gebrauch wir Digital Immigrants zumindest so tun können, als wären wir «Insider»: TGIF. Aber bitte nicht von Sonntag bis Donnerstag verwenden (wenn Ihr wisst, was ich meine)!

21.04.2016

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