Doodle mich nicht an!

In Zeiten von #metoo gibt es viele Befehle, mit denen man bzw. meistens frau sich Distanz verschaffen kann. In letzter Zeit stelle ich fest, dass in Sitzungen (ja, ich weiss, sollte man eigentlich vermeiden) am Schluss bei der Frage nach der nächsten Zusammenkunft wieder öfters die Papieragenda oder das Smartphone gezückt werden, um ganz analog (heisst: sofort) einen Termin zu suchen und abzumachen. Kürzlich wagte einer der Kollegen (er hatte das Handy nicht dabei, typisch) die Frage, ob man den nächsten Termin nicht «doodeln» könne. Und es gibt ja nicht gerade viele Apps, die es in den letzten zwei Jahrzehnten geschafft haben, ein eigenes Verb zu bekommen. Die Reaktion war aber genauso, wie man sie bei einem Produkt kennt, das seinen Zenith überschritten hat, wenn also dessen Lebenszyklus-Kurve sich abwärts neigt. Schnell meinte ein zweiter, dass Doodle zu viele Nerven koste und ihn dem Herzinfarkt näher bringe. Das Gefühl, durch Doodle in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu werden, kenne ich auch: Man wird von verschiedenen Seiten «bedoodelt», hält Dutzende von Zeit-Slots «provisorisch» frei und wartet auf jene Angefragten, die sich mal kurz eine Woche Zeit mit der Antwort lassen. Es ist also mal wieder so: Die Technik ist super, der Mensch nervt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass keine/r meiner Bekannten (wie eine Kürzestumfrage ergeben hat) Doodle direkt mit seinem Kalender verbunden hat. Frei nach dem Motto: An meinen Kalender lasse ich keinen heran!

08.03.2018

3 thoughts on “Doodle mich nicht an!

  1. Nur zur Info, Roger, wegen Doodle: Mindestens einer Deiner Bekannten hat Doodle mit seinem Kalender verknüpft, das ist äusserst praktisch, mann muss es halt tun.

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