Dinge, die die Welt nicht braucht

«Dinge, die die Welt nicht braucht» – dieses Zitat verdanke ich einer ehemaligen Mitarbeitern, die es jeweils dann einsetzte, wenn irgendein Unternehmen wieder eine «Weltneuheit» ankündigte oder wenn jemand in der Arbeitspause von einem «Gadget» schwärmte, das er oder sie gerade entdeckt hatte. Diese geflügelten Worte kommen mir immer wieder in den Sinn, wenn ich in meinen Streams auf Social Media so nützliche Dinge wie einen Ventilator-Aufsatz für Mobilephones, eine Badeente wie «iDuck», auf die ich meine Lieblingsmusik drahtlos übertragen kann, Bluetooth-Handschuhe fürs handylose Telefonieren, eine Haarbürste mit WLAN oder eine App samt Sensor für die Pflege von Topf-Pflanzen entdecke. Die Philosophen unter uns werden einwenden, dass es auf der Welt schon seit einigen Jahrhunderten mehr Dinge gibt, die man eigentlich nicht braucht, als Dinge, die nützlich sind. Die Zahl der wirklich unnötigen, sinn- und oft auch geschmacklosen «Dinge» hat sich aber vermillionenfacht, seit sich die Menschen Apps basteln und analoge mit virtuellen Dingen verbinden können. Natürlich ist da viel Witziges dabei, ab und zu auch etwas Nützliches, aber insgesamt wird die Welt halt nicht klüger, nur weil sie jetzt virtueller unterwegs ist. So, und jetzt muss ich Schluss machen, ich muss unbedingt noch «RunPee» downloaden – eine hochnützliche App für uns (ältere) Digital Immigrants: Sie gibt im Kino Hinweise, wann der Film langweilig genug ist, um rasch eine Pinkelpause zu machen, ohne viel zu verpassen. Holy crap!

17.08.2017

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