Digital-Mütter

99 Cents kostet sie, und sie verspricht nichts weniger als «zeitgemässe Unterstützung für Mütter» (ja, klar, an uns Väter denkt wieder keiner): Die «EmojiMom-App» ist nicht etwa dafür gedacht, dass die Mutter ihre Emotionen mit einem Emoji auswählt und dieses dann dem Kleinen im Kinderwagen zeigt, so dass der Nachwuchs gleich merkt, was es heisst, als Sohn oder Tochter eines Digital Natives auf die Welt gekommen zu sein. Nein, mit den Emojis kommunizieren Mütter mit ihren «Peers» (also anderen Müttern, der eigenen Mutter, der Familie) und können so zeigen, wie es ihnen grad geht: von «dampfender Kacke» bis zum «Vater, der nachts aufsteht» gibt es 250 Bildsymbole für fast alle Lebenslagen einer Mutter. Hat den Vorteil, dass man keine langen Nachrichten schreiben, keine Selfies machen und auch keine Bilder der oder des Kleinen «posten» muss. Allerdings tappen die jungen Mütter da von der einen Falle «Overparenting» (steht für übertriebene Fürsorge für den Nachwuchs) in die andere namens «Oversharing» (dass man also immer alles sofort mit allen oder vielen teilen muss). Zusammengefasst heisst das dann «Sharenting», sozusagen der Gegentrend zu jenen «bösen» Müttern, die unter dem Lösungswort #regrettingmotherhood bedauern, dass sie überhaupt Kinder in die Welt gestellt haben. Was ich an all dem liebe? Die neuen Wörter für Dinge und Gefühle, die es schon immer gab, die aber nicht wirklich beachtet wurden, solange es sie nicht als Hashtag gab!

15.09.2016

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