Digital Immigrants sind clever

Wir Digital Immigrants ernten ja das eine und andere Mal von den Natives ein paar mitleidige Blicke: Wenn wir zum Beispiel noch nicht gemerkt haben, dass «Insta» viel cooler ist als Facebook oder wenn wir Hashtags immer noch nur als Stichwortsammler, also «seriös» verwenden statt ironisch oder als Ersatz für ganze Sätze. Damit leben wir: Fremde haben doch immer ein paar Marotten und Wissenslücken, das macht sie auch sympathisch. Allerdings haben wir Immigrants auch einen grossen Vorteil: Wir können unsere Erfahrungen aus digitaler und analoger Welt und Wirtschaft kombinieren, während Natives oft nur vom Digitalen her denken und handeln. Nehmen wir doch das Beispiel Reisen und Ferien, das ja Generationen übergreifend ein wichtiges Thema ist: Natives «scannen» Flüge und Hotels über Portale (die wir Immis auch kennen: Holidaycheck, Tripadvisor, Trivago, etc.) und buchen in der Regel auch gleich. Clevere Immigrants machen genau dasselbe, ergänzen diesen Vorgang aber und fragen bei Übernachtungen dennoch direkt beim Hotel oder bei Ferien doch per Telefon oder sogar persönlich im Reisebüro (das Natives oft nur noch vom Hörensagen her kennen) nach dem Preis – natürlich unter Verweis auf die online recherchierten Kosten. Und zumindest beim Hotel ist klar: Wenn das Haus dem Direktanfrager auch nur die Hälfte dessen als Rabatt gibt, was es den Portalen bei Buchungen als Provision zahlen muss, dann wird die Übernachtung schon deutlich günstiger als sie online je zu haben wäre. Deswegen sind wir «Cleverles» den Natives so dankbar, dass sie mit ihren Direktbuchungen über die Portale diese finanzieren und uns den digitalen Preisvergleich ermöglichen, bevor wir analog günstiger «abdrücken».

09.06.2016

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