Der gute alte Nachsendeauftrag

Stellt euch vor: Ihr hängt über die Weihnachtstage irgendwo in den Bergen rum und vertreibt euch die Zeit mit Boarden, Skifahren und Après-Ski. Ein paar Tage später ist das Wetter nicht so schön, also bleibt ihr in der Ferienwohnung oder im Hotelzimmer und denkt, jetzt könntet ihr doch zum Jahresende noch kurz (148, wenn ihr wisst, was ich meine) Mails checken. Und dann erscheint auf dem Bildschirm die Meldung: «Sie haben Ihr Mail-Postfach einige Tage nicht geleert, so dass es gefüllt wurde und keine weitere Post mehr reingeht. Wir behalten die Post nun zurück und haben für Sie einen Nachsendeauftrag eingerichtet. Er dauert drei Wochen und kostet 24 Franken. Mit einem Anruf in unser Callcenter können Sie uns mitteilen, wann wir den Auftrag beenden sollen.» Ich kann mir vorstellen, wie ihr reagieren würdet: Not amused. Natürlich haben wir alle (früher, als die Speicher noch klein waren) schon mal selbst überfüllte E-Mail-Postfächer gehabt oder mal eine Mail mit dem Vermerk «Postfach des Empfängers ist voll» zurückbekommen. Aber einen Nachsendeauftrag einzurichten, ohne uns zu fragen (wie es uns über Weihnachten tatsächlich passiert ist), das können nur analoge Unternehmen – könnte es sein, dass sie wegen dieser Denke eher jene sind, die mehr Mühe mit der Digitalisierung haben als andere?

04.01.2018

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