Der 10-Sekunden-Foto-Chat

Man kennt das Phänomen auch im realen Leben: Wird eine Bar oder ein Restaurant zum «In-Place» bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, spricht sich das manchmal bis zu den Senioren rum. Und spätestens, wenn die ältere Generation denselben Ort zu ihrer Lieblingsbeiz erkoren hat, machen sich die Jungen auf die Suche nach einem anderen Plätzchen, wo sie ungestört unter sich sein können und sicherlich nie auf ihre Eltern treffen. Denselben Effekt gibt es auch in der Social-Media-Welt, wo zum Beispiel Facebook längst generationenübergreifend genutzt wird. Und weil wir Digital Immigrants uns da breit gemacht haben (und vielleicht auch die Statusmeldungen unserer Kids zu häufig liken), weichen die Jungen aus. Besonders beliebt sind dabei Plattformen, wo Fotos im Mittelpunkt stehen und Texte gar nicht nötig sind, oder dann nur in Form von Stichworten mit dem inzwischen berühmten Hashtag («Gartenhag»)-Zeichen #. Uns Älteren begegnen die Instagram-Posts dank automatischer Verknüpfung dann doch in Facebook. Gar nichts bekommen wir aber mit, wenn Snapchat zum Einsatz kommt. Dieser «Chat mit Fotos» ist besonders «in», weil die damit verschickten Bilder auf dem Gerät des Empfängers nur kurz zu sehen sind und nach 10 Sekunden wieder verschwinden. Natürlich hatte diese Idee ein Student, der inzwischen der jüngste Milliardär der Welt ist. Womit bewiesen ist: Kein Einfall ist zu ausgefallen, um online nicht erfolgreich zu sein – selbst wenn wir Immigrants das weder verstehen noch anwenden (wollen): 10 Sekunden sind einfach zu kurz für uns, um die Bilder-Nachrichten überhaupt zu verstehen…

14.04.2016

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