Demenz, aber nicht digital ;-)

Als Digiimmi hat man/frau ja meistens dann eine Art Glücksmoment, wenn man inmitten von Digital Natives eine Tastenkombination oder ein Kürzel wie TGIF kennt, während die anderen (allesamt jüngeren) ganz überrascht sind, dass sie etwas noch nicht kennen. Während es also im «übrigen» Leben so ist, dass ältere Herrschaften dank ihrer langjährigen Erfahrung mehr als andere wissen, verhält sich das bei (fast) allen digitalen Fragen und Angelegenheiten umgekehrt. Pensionierte gehen dann zum Beispiel in die Primarschule, wo ihnen Dritt- oder Viertklässler den Umgang mit Handys und Tablets beibringen.

Und genau mit diesen «Nicht-Erwartungen» an uns Digital Immigrants («Geben sich und haben Mühe» ) hat die Episode zu tun, die ich diese Woche selbst (ungelogen!) erlebt habe. Das war so: Unser Junior (selbstredend ein Native) hatte eine lang verschollene Wii-Konsole wieder ausgegraben und – in Absprache mit der seinerzeit finanzierenden Mutter – flugs auf einer Plattform (anibis oder sowas) zum Verkauf angeboten. Das am Kauf interessierte Paar schneite bei uns zuhause herein, als nur ich da war. Und ich habe es selten so genossen, den Ahnungslosen zu geben: «Keine Ahnung, wo und zu welchem Preis (den mir die beste Ehefrau von allen natürlich genannt hatte) mein Junior das ausgeschrieben hat. Ich kenne mich da nicht aus.»

Und die Natives hatten tatsächlich dann den Mut nicht, die in solchen Fällen übliche «Angebotsrunde» vor Ort noch einzuleiten, so dass ich den vollen, online verlangten Betrag bar erhielt. Ich führe das aufs Mitleid zurück, das sie mit mir, dem ahnungslosen Immigranten, hatten. Und ich geniesse es immer noch.

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