#Deleteyourself oder so

Schadenfreude gehört ja zu jenen Tugenden, die wir selbst als Schwäche empfinden und daher nie zugeben würden. Aber ich will mal offen sein: Als Digital Immigrant freut man sich doch über jeden Fauxpas, den vermeintlich digital fittere Natives oder gar Internet-Gurus machen. #deletefacebook heisst der Hashtag der Stunde, und auf Online-Plattformen wie in Printmedien (die hoffen wohl, dass ein paar Werbefranken in ihre Welt zurückkehren) streiten sich gerade Tausende von Userinnen und Usern, ob es wirklich sinnvoll ist, sich aus diesem Netzwerk zu verabschieden. Um es vorwegzunehmen: Ich halte es für Unfug, zumal all das, was wir schon gepostet haben im Lauf dieser (bei mir) ungefähr zehn Jahre, so oder so im Netz bleiben wird. Und eigentlich müsste der Hashtag ja lauten #deletemyfacebookaccount, denn es geht ja darum, sein eigenes Profil zu löschen. Jetzt aber zurück zum ersten Satz: Da hat also einer meiner ersten Internet-Buddies, der in seinem ersten Startup sogar gedruckte (!) Anleitungen zum Umgang mit dem Internet veröffentlicht hat, kommuniziert, dass er von #deletefacebook wenig hält. Viel sinnvoller sei es, sich mit einem Klick von allen Newslettern abzumelden. Genau das bot ein Dienstleister an, dem mein Kollege aber dafür natürlich Zugriff auf seine Mails und Mailkonti geben musste. Die scheinbar clevere Abmeldungs-Idee hat er natürlich gepostet, so dass ihm andere dann rasch sagten, dass er da in die Datenklau-Falle getappt war. Was lernen wir daraus? Immer dann, wenn uns jemand erklärt, dass er für einen einzigen Klick alle Arbeit für uns erledigt, dann lässt er sich von uns mit Daten bezahlen. Und noch ein Gratistipp für alle Insta-Fans, die jetzt grad die Gelegenheit nützen, sich ganz von Facebook abzumelden: Ihr seid beim selben Zuckerberg gebunkert wie wir, bringt also nix.

29.03.2018

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