Dazugehören oder nicht

Als Immigrant versucht man ja, sich möglichst anzupassen. Wer zum Beispiel in die Schweiz einwandert und längerfristig hier bleiben möchte, der wird möglicherweise Pünktlichkeit und Ländlermusik zu seinen Vorlieben machen und versuchen, einmal ein Aufgebot für die Schweizer Fussballnati zu erhalten. Weil er oder sie nicht – im Vergleich zu einer «gefühlten» Mehrheit – auffallen will, besonders nicht negativ, wie das bei anderen Kleider- oder Nahrungsvorlieben manchmal vorkommen kann. Und genauso geht es uns Digital Immigrants: Treffen wir auf eine Gruppe von Natives, dann möchten wir nicht als Einziger mit einem Klapphandy ohne Browser und Apps dastehen, während alle anderen rasch was googeln oder durch SocialMedia-Kanäle surfen. Allerdings ist es – wie in so vielen anderen existenziell wichtigen Fragen – schwieriger geworden, die Frage nach richtig und falsch zu beantworten. Wollen oder haben Sie das Samsung Galaxy S7 oder das iPhone 6s Plus? Stehen Sie eher auf Safari oder Firefox? Und sind Sie lieber auf Instagram oder Facebook aktiv? Mit jeder Antwort outen Sie sich als Teil einer Gruppe – oder eben einer anderen. Leicht geht dabei vergessen, dass Sie selbst den Trend mitbestimmen können. Bleiben Sie also authentisch, wählen Sie jenes Tool und Gerät, das Ihnen einfach passt – egal, was der Mainstream sagt oder tut. Denn zur Masse zu gehören ist doch weniger spannend als zu einer Minderheit. Deswegen freue ich mich über jeden, der sein iPhone durch ein Galaxy ersetzt: Vielleicht sind wir Apple-Jünger ja bald wieder «unter uns»!

28.04.2016

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