«Date» oder «Update»?

Im Gegensatz zum Telefonieren (wir sprachen vor einer Woche und auch früher schon davon), ist das «Date» im Aufwind, finde ich: Sich treffen ist mit der Digitalisierung nicht unwichtiger geworden, eher im Gegenteil. Während man und frau alle Routine-Kommunikation elektronisch erledigen, wollen sie sich für «wirkliche» Gespräche immer öfters wieder in der «Realität» (genau, deswegen heisst sie ja so!) sehen. Und das gilt nicht nur für Verliebte, sondern tatsächlich auch für Geschäftspartner oder alte Bekannte. «Digital» bleibt der Einladungs- und Absageprozess, um es einmal so business-like wie möglich zu sagen: Die Anfrage fällt hier genauso leichter wie die Absage eines Treffens, meistens «gefühlte» paar Minuten vor dem Termin. «Bin in zwei Minuten da» ist in diesem Zusammenhang ebenso beliebt wie überflüssig. Viele – wir «Digital Immigrants» ebenfalls – sind dann von der tatsächlichen Begegnung aber dennoch überfordert. Oder, nein: Wir sind überfordert davon, die analoge Welt des Zusammentreffens und die digitalen Signale, die auch während dieser Begegnung in unserem kleinen Mobile-Ding ablaufen, für ein paar Minuten oder Viertelstunden sauber zu trennen. Und so widmen wir uns – häufig übrigens beide Gesprächspartner oder ganze Gruppen – während unserem «Date» den unzähligen «Updates» auf unserem Mini-Tyrannosaurus (in diesem Moment wörtlich zu verstehen!) mit dem Kosenamen «Handy».

10.03.2016

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