Chaot(inn)en sind im Vorteil

Vielleicht kennt Ihr die «Kaos-Piloten», die sich an einer entsprechenden «Kaos-Universität» ausbilden lassen und besonders geeignet sein sollen, die aktuellen Herausforderungen in der digitalen und realen Welt zu lösen. Wahrscheinlich brauchen wir Digital Immigrants nicht gerade eine Uni, um uns in der neuen, virtuellen Welt zurechtzufinden. Aber ein wenig Chaos, zum Beispiel in der eigenen elektronischen Ablage kann schon hilfreich sein. Wir kommen ja aus einer Welt, in der zumindest geschäftlich jeder Vorgang in einem (physischen) Ordner seinen Anfang nahm und auch sein Ende fand. Und entsprechend sind Ordnerstrukturen bis heute auch auf unseren Computern, Tablets und Mobiles vorhanden – «erfunden» wurden diese Dinge ja noch in einer damals rein analogen Welt. Inzwischen wissen wir, dass gute Suchfunktionen längst eine saubere Ablage überholt bzw. unnötig gemacht haben. Während wir uns aber im riesigen World Wide Web auf Suchmaschinen wie Google verlassen (und meistens auch das finden, wonach wir gesucht haben), legen wir auf unseren Servern und Geräten immer noch alle Dateien fein säuberlich in Ordnern, Unterordnern und Unterunterordnern ab. Obwohl längst erwiesen ist, dass die Ablage selbst – zum Beispiel auch jene im Mailprogramm – ziemlich viel unproduktive Zeit bedeutet und dass die Suche über alle vorhandenen Mails in der Regel genauso schnell oder noch schneller ist. Vor allem dann, wenn wir einmal in der Ablage eines Kollegen suchen müssen. Chaos hat aber noch ganz andere Vorteile, wie ich kürzlich in einer Diskussion merkte. Weil Kreditkarten-Bestellungen inzwischen via App bestätigt werden müssen, meinte jemand, dass bei einem Diebstahl des Handys dann ja ein Missbrauch ganz einfach werde. Nicht bei mir, dachte ich, bis der Dieb in meinen verschachtelten Ordnern die App findet, geht das viel zu lange. Aber wehe, wenn er ein Digital Native ist und die Suchfunktion benützt!

16.06.2016

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