Bitte mehr Storytelling

Hin und wieder wird Facebook ja auch zur Verkaufsplattform, und zwar ganz direkt, mit Statusmeldungen wie diesen: «Open Air-Dreitagespass günstig zu verkaufen. Bei Interesse bitte PN.» «PN» steht für Privatnachricht, und mit diesem Hinweis soll verhindert werden, dass die Preisdiskussion öffentlich auf dem Stream des privaten Anbieters stattfindet (was hin und wieder dennoch passiert, weil ja nicht alle FB-Nutzer die Abkürzung kennen). Nun ist Facebook aber ja «eigentlich» kein Ort, wo vor allem gekauft und verkauft wird. Und so kann so ein Angebot – je nach Sichtweise – das Image des Anbieters verändern. Die FB-Freunde fragen sich vielleicht, woher er/sie das Ticket hat («vermutlich gratis ergattert und jetzt noch auf Gewinn aus») und wieso er/sie nicht selbst ans Open Air geht. Und weil es am (St.Galler) Open Air wieder mal regnet, könnte man auch denken, dass jemand witterungsbedingt auf den Besuch verzichtet – was imagemässig natürlich ganz schlecht ist. Und deshalb werden die Angebote auf Facebook immer öfters mit Sätzen wie «Ist nicht mein Ticket, ich gehe selbst auch» ergänzt. Heisst: Der Anlass ist so supercool, niemals würde ich mein eigenes Ticket verkaufen. Leute, das ist viel zu billig, wenn ihr alle dasselbe schreibt. Gebt euch etwas mehr Mühe! Die Chancen, euer Ticket zu «verticken» und gleichzeitig euer Image zu verbessern, wären viel höher, wenn Ihr wirkliche Geschichten dazu erzählen würdet. Zum Beispiel: «Meine Freundin hat mich kurz vor der Hochzeit verlassen, so dass ich nicht mehr mit ihr ans Open Air gehen will. Ticket wird nur an Männer verkauft.». Oder: «Ich habe seit Jahren eine Schlamm-Allergie und kann nun schon wieder nicht ins Sittertobel. Wer tauscht seinen Spa-Gutschein gegen mein Open Air-Ticket?»

29.06.2017

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