Autokorrektur – Fluch oder Segen?

Wer nervt sich nicht immer mal wieder über automatische Wortergänzung oder Autokorrektur (auch dieses Wort könnte selbst eine sein, wenn nämlich die gute alte Autorkorrektur gemeint wäre), die auf Computern, Tablets und Mobiles versucht, das Leben der NutzerInnen zu vereinfachen. Ich habe selten bei einem Tool einen solchen Widerspruch zwischen Anspruch («Helfen») und Wirkung («Ärger») feststellen können, weder bei mir noch bei vielen anderen. Dabei war das sicher eine Erfindung, die sowohl uns Digital Immigrants wie den Digital Natives willkommen sein müsste: Uns «Alten», weil wir zwar das Zehnfingersystem beherrschen, aber auf kleinen Mobiles meist nur einhändig und sozusagen «stotternd» beim Tippen unterwegs sind. Und den Jungen, weil sie zwar zweihändig SMS, Whatsapp-Nachrichten und Posts ins Handy hauen, aber bei längeren Texten am Computer wegen fehlender Praxis überfordert sind. Nun also ergänzt die Autorkorrektur unsere Wörter, Sätze und Gedanken. Und verhilft uns im schlechtesten Fall zu mehr statt weniger Korrekturen von Hand, im besten zu etwas mehr Humor im Alltag. Und natürlich kann man die Autokorrektur deaktivieren (nur die wenigsten «Immis» wissen allerdings, wo und wie), aber das macht das Leben langweiliger. Und spannend ist es auch, dass man gewisse Begriffe spontan als «Autokorrektur-Fehler» interpretiert, obwohl es sie gibt. Einer davon ist «omline» – aber davon das nächste Mal mehr (und wer’s nicht erwarten kann, liebe Immigrants, ja, der googelt dieses Wort halt schon mal).

10.12.2015

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