Augmented Paper und so

Schon der Titel dieses Beitrags weist mich wieder als «Digital Immigrant» aus, denn Digital Natives kennen Papier natürlich nur noch Hörensagen oder nur vom Klo. Alles andere ist ja digital, selbst der grösste Sch…, der im besagten Klo nur runtergespült oder – wie es Digitaldetox-Guresse Anitra Eggler sagt – auch mal von dort aus gepostet wird. Nun, «augmented paper» meint also nicht die wachsende Papierflut in Büros oder Briefkästen, sondern im Gegenteil, die Verwandlung von handschriftlich festgehaltenen Gedanken und Geschichten in digitale Inhalte. Das Produkt stammt von jener Schreibgeräte-Herstellerin, die den Namen eines bekannten Bergs trägt und mich nicht sponsert, so dass die Marke hier auch leider nicht genannt werden kann (Google bringt sie aber bei der Suche nach «augmented paper» gerne zum Anbieter). Also: Man/frau schreibt auf herkömmliches Papier, in der eigenen Handschrift, und per Klick landet das Geschriebene auf einem Mobile oder Computer, wo es dann weiterverarbeitet und editiert werden kann. Das ist natürlich so etwas wie ein Traum für Digital Immigrants, die per Handschrift einfach mehr Ideen entwickeln und kreativer sind als vor dem Bildschirm. Klar, ähnliche Blöcke mit Anbindung an PCs gab es früher auch schon, aber die waren weit weniger cool beworben. Und so trifft mich die Neu-Erfindung sozusagen ins «Herz». Denn damit läge ich offensichtlich im «Mainstream», der sich derzeit wieder hin zum Analogen bewegt (seit Erfindung der SMS gab es wohl noch nie so wenige elektronische Neujahrswünsche wie diesmal). Und doch hätte ich die digitale Umwandlung in der «Hinterhand» und das ganz ohne Zusatzkosten. Ich könnte also wieder mal so tun, als sei ich ein analoger Traditionalist mit Füllfeder und Block, und dabei doch sicherstellen, dass ich mit den digitalen Modernisten mithalten kann. So typisch Digital Immigrant halt.

augmented-paper

05.01.2017

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