Abwesend – oder doch nicht?

Ich habe es vermutet und konnte meine Finger nicht von Google lassen: Es gibt tatsächlich Listen für eine korrekte A-Mail-Abwesenheitsmeldung, so im Stil von «In sieben Schritten zu perfekten E-Mail-Abwesenheitsmeldung». Und ich vermute, dass einige meiner Digital Immigrants-Altersgenossen Auslöser dieser Artikel waren: Weil sie ja alles recht machen wollen, fragten sie eines Tages, wie man das denn am besten macht. Dazu muss man wissen: Den Grossteil unseres Lebens haben wir Post per «Snailmail» in unseren analogen Briefkasten erhalten. Und dort haben wir, soweit ich mich erinnere, nie einen Zettel angebracht, wenn wir mal in die Ferien fuhren (was selten genug der Fall war). Genauso wie fürs Blumengiessen und Katzenfüttern gab es damals freundliche Nachbarn. Daraus schliesse ich: Wer immer eine Mail-Abwesenheitsnotiz macht, dem fehlen die guten (Büro-)Nachbarn. Bei privaten Mailkonten sind ja Abwesenheitsnotizen eh völlig überflüssig – wer erwartet da schon eine Antwort innert «nützlicher Frist»? Und alle, die man persönlich kennt, wissen dank Facebook, Insta(gram) und Twitter eh, wann und dass ich weg bin. Und aufs Geschäftskonto kommen ja geschäftliche, nicht persönliche Nachrichten. Also kann doch mein Bürogspänli problemlos während meiner Abwesenheit die Mails abrufen und den Posteingang zumindest von den vielen Spam- und Werbebotschaften reinigen (macht mein Junior zuhause übrigens auch bei der normalen Post, wenn ich weg bin). Für alle, die trotzdem noch Mail-Abwesenheitsnotizen platzieren möchten (auch wenn sie vielleicht nur rasch in die Mittagspause gehen), gibt es kommende Woche ein paar gelungene «Muster» fürs Copy/Paste-Spielchen, das wir ja heute für fast alle Texte anwenden.

03.11.2016

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